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E-Learning-Kursentwicklung mit der TAE-Methode in interdisziplinären studentischen Gruppen

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Michaela Schunk, Nadja Hourieh Zaza, Martin Fegg, Sabine v. Mutius, Claudia Bausewein

1     Zielgruppenspezifische Entwicklung von E-Learning-Modulen im Themenbereich „Research Skills“

1 Leave a comment on Absatz 1 0 Der nationale kompetenzbasierte Lernzielkatalog Medizin unterstreicht den Erwerb von Wissenschaftskompetenzen als ein zentrales Ziel des Medizinstudiums. Vor diesem Hintergrund soll an der Medizinischen Fakultät der LMU ein E-Learning-Angebot zur Vermittlung von Methoden und Grundwissen im Themenbereich „Research Skills“ erstellt werden.

2     Konzeptentwicklung in interdisziplinären Studentengruppen mit der TAE-Methode

2 Leave a comment on Absatz 2 0 Zentrales Element des hier vorgestellten Ansatzes stellt die TAE (Thinking at the Edge)-Methode dar, die Studierende systematisch anleitet, eigene Erfahrungen in den Gestaltungsprozess der Lernmodule einzubringen und als Gruppe innovative Konzeptionen auszuarbeiten. Ziel dieses Vorgehens ist es, die E-Learning-Module möglichst nutzergerecht zu gestalten. Die TAE-Methode nach Gendlin (2004) bietet eine strukturierte Anleitung zur Begleitung kreativer Prozesse. Diese Methode wurde von Feuerstein et al. (2010) und Deloch (2010) weiterentwickelt, um Gruppen bei Prozessen der Konzeptentwicklung zu begleiten. Dabei werden neue, individuelle Ideen der Gruppenmitglieder in einer geschützten Atmosphäre durch einen systematisch angeleiteten Austausch mit den anderen Teilnehmenden weiterentwickelt und schließlich durch gemeinsam erarbeitete Bedeutungen miteinander verbunden. Die Entwicklung nutzerorientierter, praxisnaher und verfügbarer E-Learning-Module im Themenbereich „Research Skills“ zeichnet sich somit durch ein handlungsorientierte Konzept aus, bei dem peer-learning-Prozesse im Mittelpunkt stehen (vgl. Grzega & Schöner, 2008; Chatti, 2010). Durch die unmittelbare Beteiligung der Zielgruppe soll die Benutzerfreundlichkeit der Module als Qualitäts- und Erfolgskriterium im Vordergrund stehen, da sie unmittelbar auf Vorwissen und Bedürfnisse von Medizinstudierenden sowie deren Nutzungsstile von E-Learning-Angeboten abgestimmt werden können.

3     Verbundprojekt Lehre: Forschung in der Palliativmedizin

3 Leave a comment on Absatz 3 0 Die medizinische Fakultät fördert im Rahmen des Programms Lehre@LMU ein Verbundprojekt, bei dem Medizinstudierende sowie Studierende der Masterstudiengänge Epidemiology und Public Health jeweils zu zweit an der Erarbeitung einzelner Lehrmodule beteiligt sind. Diese Module stellen methodische Herangehensweisen („Research Skills“) am Beispiel konkreter Forschungsprojekte an der Klinik für Palliativmedizin dar. Die Medizinstudierenden bringen dabei ihr medizinisches Fachwissen zum Verständnis der palliativmedizinischen Fragestellungen ein. Die Studierenden der Masterstudiengänge tragen methodische Kenntnisse und Erfahrungen aus ihrem Erststudium bei, z.B. Statistik, Wirtschaftswissenschaften oder medizinische Informatik. Durch die zeitlich parallel oder überlappend verlaufenden Projekte sollen die Studierenden gegenseitig an der Erprobung und Testung der Module mitwirken. Die „Entwickler-Tandems“ können dabei ihr Interesse am Thema differenzieren, eigene Erfahrungen einbeziehen und Fragestellungen ableiten. Die TAE-Methode ermöglicht es, die Vielfalt der Kenntnisse, Wahrnehmungen und Perspektiven der Gruppenmitglieder zu relevanten und stimmigen Kurseinheiten zusammenzufügen. Dieser Konferenzbeitrag soll im Rahmen einer von den Studierenden gestalteten Poster-Präsentation die Konzeption und ersten Erfahrungen mit der Anwendung dieser Methode auf E-Learning-Kursentwicklung in studentischen Gruppen darstellen.

Literatur

4 Leave a comment on Absatz 4 0 Chatti, M. A. (2010). The LaaN Theory. In M. A. Chatti (Hrsg.), Personalization in Technology Enhanced Learning: A Social Software Perspective (S. 19–42). Aachen: Shaker.

5 Leave a comment on Absatz 5 0 Deloch, H. (2010). Das Nicht-Sagbare als Quelle der Kreativität. E.T. Gendlins Philosophie des Impliziten und die Methode Thinking at the Edge. In S. Tolksdorf & H. Tetens (Hrsg.), In Sprachspiele verstrickt. Oder: wie man der Fliege den Ausweg zeigt. Verflechtungen von Wissen und Können (S. 259–284). Berlin: De Gruyter.

6 Leave a comment on Absatz 6 0 Feuerstein, H. J. & Deloch, H. (2010). Erlebensbezogen Denken: Neue Konzepte entwickeln in Beratungsprozessen. Anwendung und Erweiterung des Ansatzes Thinking at the Edge von E. T. Gendlin. Gesprächspsychotherapie und Personzentrierte Beratung, 4, 27.

7 Leave a comment on Absatz 7 0 Gendlin, E. T. (2004). Introduction to „Thinking at the Edge“. The Folio. A Journal for Focusing and Experiential Therapy, 19(1), 110.

8 Leave a comment on Absatz 8 0 Grzega, J. & Schöner, M. (2008). The didactic model LdL (Lernen durch Lehren) as a way of preparing students for communication in a knowledge society. Journal of Education for Teaching, 43(3), 167175.

Quelle:http://2015.gmw-online.de/327/?replytopara=8