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Kleine Hindernisse nicht zu Hürden werden lassen: Lektionen für das E-Learning an Hochschulen

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Jörn Loviscach, Anne Thillosen, Klaus Wannemacher

Zusammenfassung

1 Leave a comment on Absatz 1 0 Oft sind es scheinbare Kleinigkeiten, an denen Versuche straucheln, in der Hochschullehre mit digitalen Medien zu arbeiten. So mag das WLAN im Hörsaal angesichts von 100 Smartphones zusammenbrechen oder die Prüfungsordnung mag nicht vorsehen, in Klausuren Bonuspunkte für zuvor absolvierte elektronische Selbsttests zu vergeben. Vielfach handelt es sich dabei um Probleme, die über die Grenzen der Fachkulturen hinaus auftreten und für die daher hochschulweite Lösungen entwickelt werden sollten – oder für die es bereits pfiffige „kleine“ Lösungen gibt. Dieser Workshop soll dazu dienen, solche Fallstricke zu identifizieren, Erfahrungen auszutauschen und Lösungsansätze sowie Ideen zu sammeln, wie man ihnen begegnen kann. Die Ergebnisse werden in die Arbeit der Themengruppe Lern- und Prüfungsszenarien des Hochschulforums Digitalisierung einfließen.

1     Einleitung

2 Leave a comment on Absatz 2 0 Oft stehen beim Thema „E-Learning an Hochschulen“ große konzeptionelle Fragen (siehe etwa die Abschnitte zu „Challenges“ im Horizon-Report 2015) oder aber technische Konstrukte im Vordergrund. In unserer Praxis an verschiedenen Einrichtungen und in diversen Fächern haben wir jedoch gelernt: Es sind häufig eigentlich eher kleine Probleme, die man im Schwung der großen Ideen oder der Technikbegeisterung übersehen hat, die sich dann aber zu „Showstoppern“ entwickeln – und das oft übertragbar zwischen verschiedenen Fächern und verschiedenen Formen des E-Learning. Dieser Workshop soll eine Sammelstelle für Tricks und Tipps sein, aber vor allem anstoßen, diese Probleme besser beherrschbar zu machen, insbesondere durch Systematisierung und durch Maßnahmen im Vorfeld.

2     Themen

3 Leave a comment on Absatz 3 0 Zur Einordnung der Probleme (und ihrer Lösungen) sind verschiedene Kategorisierungen denkbar. Eine geradlinige Lösung ist die Abgrenzung inhaltlicher Bereiche, wie hier jeweils mit einem Beispiel erläutert:

4 Leave a comment on Absatz 4 0 ·    Methodik: Es gibt nur eine Bearbeitungsfrist zum Ende des Semesters, ohne dass vorher Zwischenstände überprüft werden.

5 Leave a comment on Absatz 5 0 ·    Technik: Man hat die Technik nur im Kleinen ausprobiert und deshalb übersehen, dass Google Docs nur 50 Benutzer gleichzeitig an einem Dokument schreiben lässt.

6 Leave a comment on Absatz 6 0 ·    Organisation: Die Rechnerräume für E-Klausuren sind in den Prüfungswochen überbucht.

7 Leave a comment on Absatz 7 0 ·    Recht: An elektronische Prüfungen werden höhere Rechtsanforderungen gestellt als an traditionelle, wie z.B. Hausarbeiten.

8 Leave a comment on Absatz 8 0 ·    Fähigkeiten und Einstellungen der Studierenden: Wenn das Smartphone erst einmal als Teil der Veranstaltung offiziell auf dem Tisch liegt, ist die Neigung, zwischendurch auf Whatsapp zu blicken, vielleicht noch schwerer zu unterdrücken.

9 Leave a comment on Absatz 9 0 ·    Fähigkeiten und Einstellungen der Lehrenden: „Man benutzt eher die Zahnbürste des Kollegen als dessen Lehrmaterialien.“

10 Leave a comment on Absatz 10 0 Es sind aber auch andere Kategorisierungen denkbar, zum Beispiel aus der Forschung zu menschlichen Fehlern, ebenfalls wieder mit einem Beispiel erläutert:

11 Leave a comment on Absatz 11 0 ·    Irrtümer (falsche Ausführung der Maßnahme): Die Studierenden haben sich nicht auf die Präsenzphase des „Flipped Classroom“ vorbereitet und der Lehrende erklärt den Inhalt der zur Vorbereitung anzuschauenden Videos deshalb noch einmal vollständig. Auf den nächsten Termin werden sich die Studierenden dann kaum mehr vorbereiten.

12 Leave a comment on Absatz 12 0 ·    Fehler (Maßnahme kann nicht zum Ziel führen): „Kritisches Denken“ ist ein wesentliches Lernziel, aber am Ende steht eine elektronische Klausur mit einfach konstruierten Multiple-Choice-Fragen.

13 Leave a comment on Absatz 13 0 ·    Zuwiderhandlungen: Studierende tauschen urheberrechtlich geschützte Lehrbuch-PDFs in offenen Internetforen aus.

14 Leave a comment on Absatz 14 0 Ein Ziel des Workshops ist, eine Systematisierung herauszuarbeiten, die in der Praxis hilft, solche Probleme einzuplanen und/oder zu vermeiden.

3     Ablauf

15 Leave a comment on Absatz 15 0 Zu Beginn des Workshops stellen wir Beispiele für Probleme vor und sammeln mitgebrachte Fragen der Teilnehmenden. Daraus entsteht in gemeinsamer Arbeit eine Strukturierung des Feldes. In Gruppenarbeit widmen sich die Teilnehmenden dann einzelnen Gebieten: Wie kann man dort Probleme im Vorfeld identifizieren? Wie kann man sie umgehen oder, falls sie doch auftreten sollten, behandeln? Wir tragen die Ergebnisse abschließend zusammen und machen sie öffentlich verfügbar.

Quelle:http://2015.gmw-online.de/301/