|

Open Educational Resources und ihre Rolle an Hochschulen: Rahmenbedingungen für die Erzeugung, Bereitstellung und Nutzung

pdf
Claudia Bremer, Martin Ebner, Sandra Hofhues, Thomas Köhler,
Andrea Lißner, Anja Lorenz, Markus Schmidt

Zusammenfassung

1 Leave a comment on paragraph 1 0 Der Workshop widmet sich der Nutzung, Erstellung und Verbreitung von Open Educational Resources (OER) an und durch Hochschulen und nimmt entsprechende aktuelle Entwicklungen, Hemmnisse und Rahmenbedingungen in den Blick.

Inhaltliche Einführung

2 Leave a comment on paragraph 2 0 Der Begriff Open Educational Resources (OER) lässt sich mit offenen oder freien Lehr- und Lernmaterialien übersetzen und wurde 2002 erstmals von der UNESCO als „wish to develop together an universal educational resource available for the whole of humanity, to be referred to henceforth as Open Educational Resources“ (d’Antoni, 2006) postuliert. Sehr verbreitet ist eine Definition der amerikanischen Hewlett-Foundation, welche OER definiert als „frei zugängliche Lehr-, Lern- und Forschungsressourcen, die gemeinfrei sind oder auf Basis freier Lizenzen die Verwendung und Veränderung erlauben. Open Educational Resources umfassen vollständige Kurse, Kursmaterialien oder -aufgaben, Lehrbücher, Videos oder Anwendungsprogramme sowie andere Werkzeuge, Materialien oder Techniken, die genutzt werden, um den Wissenserwerb zu unterstützen“[1]. Heute sind die Definitionen wesentlich präziser (Mruck et al., 2011, 2013) und weisen im Wesentlichen drei Merkmale auf (Ebner & Schön, 2011): Es handelt sich um Bildungsmaterialien die a) frei im Web zur Verfügung stehen, b) entsprechend lizensiert sind, um die Problematik des Urheberrechts sauber zu lösen und c) dem Prinzip offener Software-Standards folgen. Dadurch sollen laut Geser (2007) offenen Lehrmethoden und offenen Innovationen durch die Steigerung der Kollaboration und Kooperation mehr Möglichkeiten eröffnet werden.

3 Leave a comment on paragraph 3 0 Obwohl der Einsatz von OER hilfreich sowohl bei der Unterstützung als auch der Umsetzung von E-Learning Angeboten an Hochschulen sein könnte und eine zentrale Rolle bei der Bereitstellung solcher Angebote spielt, scheinen zumindest die deutschsprachigen Hochschulen diese Ressourcen eher zögerlich einzusetzen. Die Gründe dafür können vielschichtig sein: Hochschullehrenden sind möglicherweise die Quellen und Nutzungsbedingungen für OER nicht bekannt und es fehlt oftmals an einer Praxis der OER-Nutzung im Alltag der Hochschullehre (Mayrberger & Hofhues, 2013). Auch führen Unsicherheiten bei den rechtlichen Fragestellungen sowie fehlende Anreize, OER öffentlich bereit zu stellen, zu einer nur geringen Beteiligung auf diesem Feld. Darüber hinaus fehlen den Hochschulen auch entsprechende Qualifizierungsmöglichkeiten, Unterstützungsstellen und strategische Rahmenbedingungen (Ebner & Schön, 2013). OER-Strategien an Hochschulen sind im deutschsprachigen Hochschulraum nur sehr selten anzutreffen (Ebner & Stöckler-Penz, 2010).

4 Leave a comment on paragraph 4 0 So wurden beispielsweise im Rahmen des bundesdeutschen Förderprogramms „Neue Medien in der Bildung I“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung an zahlreichen Hochschulen und Universitäten digitale Lernmaterialien erstellt, die öffentliche Nutzung entsprechend dem Nachhaltigkeitsgebot der Ausschreibung und der steuerfinanzierten Förderung ist damals jedoch in der Praxis nur in Ausnahmen geschehen. Viele digitale Ressourcen werden zwar auf universitären Portalen zur Verfügung gestellt, veralten nach Programmende jedoch schnell, sind nicht mehr auffindbar oder werden nach eigenständiger Weiterentwicklung nicht mehr veröffentlicht. Die Situation im gesamten deutschsprachigen Raum ist dabei sehr ähnlich (Ebner et al., 2013).

Zielsetzung des Workshops

5 Leave a comment on paragraph 5 0 In dem Workshop werden Erfolgsfaktoren und Hindernisse bei der Nutzung und Bereitstellung von OER wie z.B. Anreize und Nutzungspraktiken beleuchtet sowie Beispiele entsprechender Aktivitäten an Hochschulen vorgestellt und diskutiert. In Impulsreferaten erfolgt eine Beleuchtung relevanter Facetten von OER: Politische Rahmenbedingungen, die OER-Nutzung in anderen Bildungssektoren und die Situation an den Hochschulen selbst. Dabei wird auch die Frage nach einer Open-Content-Strategie für Hochschulen gestellt und in diesem Kontext die Rolle von Akteuren wie z.B. Bibliotheken und Multimedia-, Medien-, Rechen- und E-Learning-Zentren betrachtet.

6 Leave a comment on paragraph 6 0 Folgende Aspekte werden im Rahmen des Workshops behandelt:

7 Leave a comment on paragraph 7 0 ·        Unter welchen Bedingungen produzieren Hochschulen und Universitäten digitale Lerninhalte und stellen sie öffentlich zur Nutzung bereit?

8 Leave a comment on paragraph 8 0 ·        Was sind förderliche und hemmende Faktoren in diesem Prozess?

9 Leave a comment on paragraph 9 0 ·        Wie kann die Bereitstellung und Nutzung intensiviert werden? (Hierbei soll mit Hilfe von Beispielen, die als Fallstudien dienen, gearbeitet werden.)

10 Leave a comment on paragraph 10 0 ·        Welche Rolle spielen Akteure wie Rechenzentren, E-Learning-Einrichtungen, Medienzentren und Bibliotheken in diesem Prozess?

11 Leave a comment on paragraph 11 0 ·        Welche Hochschulen haben eine Open-Content-Strategie und wie kann diese aussehen?

12 Leave a comment on paragraph 12 0 Neben einer mediendidaktischen Perspektive, die entsprechende Handlungspraktiken untersucht, sollen auch infrastrukturelle Bedingungen wie z.B. die Qualifizierung, Aufklärung und Unterstützung von Lehrenden zur Nutzung, Erstellung und Bereitstellung digitaler Lehr- und Lernmaterialien als Open Content untersucht werden. Auch die Schaffung entsprechender Anreize wird thematisiert. Dies kann bis zur Definition einer Open-Content-Strategie einer Hochschule reichen. In diesem Kontext kann auch ermittelt werden, ob und wie die aktuelle Debatte rund um MOOCs ggf. dieser Strategieentwicklung Vorschub leistet.

Literatur

13 Leave a comment on paragraph 13 0 D’Antoni, S. (2006). Open Educational Resources: Deliberations of a Community of Interest. Presentation ICDE SCOP Meeting, 11–13 June 2006, Lillehammer, Norway.

14 Leave a comment on paragraph 14 0 Ebner, M. & Stöckler-Penz, C. (2011). Open Educational Resources als Lifelong-Learning-Strategie am Beispiel der TU Graz. In The Lifelong Learning University, (S. 53–60).

15 Leave a comment on paragraph 15 0 Ebner, M. & Schön, S. (2011). Lernressourcen: Frei zugänglich und einsetzbar. In Handbuch E-Learning – Expertenwissen aus Wissenschaft und Praxis – Strategie, Instrumente, Fallstudien (S. 1–14).

16 Leave a comment on paragraph 16 0 Ebner, M. & Schön, S. (2013). Offene Bildungsressourcen als Auftrag und Chance – Leitlinien für (medien_) didaktische Einrichtungen an Hochschulen. In G. Reinmann, M. Ebner & S. Schön (Hrsg): Hochschuldidaktik im Zeichen von Heterogenität und Vielfalt. (S. 7–28). Norderstedt: BoD.

17 Leave a comment on paragraph 17 0 Ebner, M., Schön, S., Heller, L. & Mumenthaler, R. (2013). Editorial: Wie gestalten wir die Zukunft mit Open Access und Open Educational Resources? Zeitschrift für Hochschulentwicklung, 8(4), 1–11.

18 Leave a comment on paragraph 18 0 Geser, G. (2007). Open Educational Practices and Resources – OLCOS Roadmap 2012. http://www.olcos.org/english/roadmap/

19 Leave a comment on paragraph 19 0 Mayrberger, K. & Hofhues, S. (2013). Akademische Lehre braucht mehr „Open Educational Practices“ für den Umgang mit „Open Educational Resources“ –- ein Plädoyer. Zeitschrift für Hochschulentwicklung, 8(4).

20 Leave a comment on paragraph 20 0 Mruck, K. et al. (2011). Offener Zugang – Open Access, Open Educational Resources und Urheberrecht. In M. Ebner & S. Schön (Hrsg.), Lehrbuch zum Lernen und Lehren mit Technologien. http://l3t.tugraz.at/index.php/LehrbuchEbner10/article/view/62

21 Leave a comment on paragraph 21 0 Mruck, K., Mey, G., Schön, S., Idensen, H. & Purgathofer, P. (2013). Offene Lehr- und Forschungsressourcen – Open Access und Open Educational Resources. In M. Ebner & S. Schön (Hrsg.), Lehrbuch zum Lernen und Lehren mit Technologien. http://l3t.tugraz.at/index.php/LehrbuchEbner10/article/view/112

22 Leave a comment on paragraph 22 0 The William and Flora Hewlett Foundation (o. J.). Open Educational Resources. Online. http://www.hewlett.org/programs/education/open-educational-resources




23 Leave a comment on paragraph 23 0 [1] http://www.hewlett.org/programs/education/open-educational-resources

Source: http://2015.gmw-online.de/291/